Kalkputz ist nicht gleich Kalkputz

von Admin

 

Kalkputz ist nicht gleich Kalkputz

Unterschiede zwischen Naturkalkputz und Kalkputzen

Kalkputze erleben seit Jahren eine Renaissance. Sie stehen für Wohngesundheit, Nachhaltigkeit und ein angenehmes Raumklima. Doch ist jeder Kalkputz automatisch ökologisch und diffusionsoffen? Die klare Antwort lautet: Nein.

Der Begriff „Kalkputz“ ist nicht geschützt. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung – insbesondere auf den Unterschied zwischen Naturkalkputz  auf Basis von NHL und Kalkputzen.


Warum der Begriff „Kalkputz“ irreführend sein kann

Normativ ist lediglich festgelegt, dass Kalk als Bindemittel enthalten sein muss. Wie hoch der Kalkanteil ist oder ob zusätzlich Zement und andere Zuschläge beigemischt werden, ist nicht eindeutig geregelt.

In der Praxis bedeutet das:
Ein Produkt kann sich „Kalkputz“ nennen – selbst wenn es nur einen sehr geringen Kalkanteil enthält. Bei als Kalkputz vermarkteten Produkten handelt es sicher daher häufig um Kalk-Zementputze.

Gerade für Bauherren, Planer und Verarbeiter ist es daher entscheidend, die Unterschiede zu kennen.


Naturkalkputz: Diffusionsoffen, wohngesund und nachhaltig

Reiner Naturkalkputz besteht aus Kalk als alleinigem Bindemittel – ohne Zement und ohne synthetische Zusätze. Dadurch ergeben sich zahlreiche Vorteile:

✔ Reguliert die Raumfeuchte

Naturkalkputz ist hoch diffusionsoffen. Er nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie wieder ab. So entsteht ein ausgeglichenes, gesundes Raumklima.

✔ Wirkt schimmelhemmend

Durch den hohen pH-Wert und das gute Feuchteaufnahmevermögen bietet Naturkalkputz keinen Nährboden für Schimmel.

✔ Baut Schadstoffe ab

Naturkalk kann Luftschadstoffe – beispielsweise Formaldehyd – aufnehmen und neutralisieren.

✔ Selbstheilungskräfte durch Karbonatisierung

Naturkalk nimmt CO₂ aus der Luft auf und bildet wieder Calciumcarbonat. Kleine Risse können sich dadurch im Laufe der Zeit selbst schließen.

✔ Ideal für Allergiker

Da auf synthetische Bindemittel, Zement und Konservierungsstoffe verzichtet wird, eignet sich Naturkalkputz besonders für wohngesundes Bauen.


Woran erkennt man einen Kalkputz?

Da der Begriff „Kalkputz“ nicht geschützt ist, lohnt sich ein Blick in die technischen Datenblätter. Insbesondere das Sicherheitsdatenblatt

Hinweise auf zementhaltige Produkte können sein:

  • Deklaration als „chromatarm“ oder „chromathaltig“ im Sicherheitsdatenblatt

  • Hoher E-Modul

  • Hohe Druckfestigkeit

  • Geringe Wasserdampfdiffusion

  • Kennzeichnung als „befliesbar“

  • Inhaltsstoffe wie Portlandzement

  • Bezeichnung des Bindemittels als "hydraulischer Kalk"

Im Zweifel bei Fachverbänden wie dem Verband Naturkalk e.V. anfragen.


Fazit: Nicht jeder Kalkputz ist auch wirklich ein reiner Kalkputz

Wer Wert auf Wohngesundheit, Schimmelprävention, Nachhaltigkeit und Denkmalverträglichkeit legt, sollte genau prüfen, welche Zusammensetzung ein Kalkputz tatsächlich hat.

Nur reiner Naturkalkputz ohne Zementzusätze oder hydraulischen Kalk bietet die vollständigen bauphysikalischen Vorteile – von der Feuchteregulierung bis zu den natürlichen Selbstheilungskräften.

Weitere Infos zum Thema Kalkputz vs Naturkalkputz erhalten Sie auch hier

Zurück